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Frikadelle-am-Ohr.de Foren-Übersicht -> Fettes Brot On The Road -> Fernsehen / Radio / Presse -> Thema: Interview mit Bezug auf dieses Forum

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Autor Nachricht
Wiebke
Moderatorin

Alter: 30

Wiebke befindet sich auf einem aufsteigenden Ast
Anmeldungsdatum: 21.04.2005
Beiträge: 123
Wohnort: Husum
offline

BeitragVerfasst am: 29.05.2005, 12:47    Titel: Interview mit Bezug auf dieses Forum Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey ihr!
Lest euch mal das Interview durch!

http://www.chilli.cc/index.php?noframes=1&id=52-1-186&from=





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Autor Nachricht
Lu
Admin

Alter: 34

Lu befindet sich auf einem aufsteigenden Ast
Anmeldungsdatum: 16.10.2004
Beiträge: 1143
Wohnort: Halle/ Saale
offline

BeitragVerfasst am: 29.05.2005, 15:23    Titel: Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Wiebke,
lesenswertes Interview. 00000298.gif
Damit man es direkt lesen kann, hab ich es hier einfach mal reingestellt:

"Große und mächtige Gefühle als Thema"
Fettes Brot über ihr neues Album, künstlerische Freiheit und ehrlichen Hip-Hop


Seit zwölf Jahren stehen sie gemeinsam auf der Bühne: Die Hip-Hop-Partyband Fettes Brot, bestehend aus Björn Warns alias Schiffmeister, Martin Vandreier – auch Doktor Renz genannt – und Boris Lauterbach, bekannt als König Boris. Anlässlich ihres neuen Albums „Am Wasser gebaut“ sprechen sie über musikalische Veränderungen, ihre neue Emotionalität und Kommerz-Vorwürfe.
Fettes Brot live in Heidenreichstein


CHiLLi: „Themen auf eurem neuen Album ‚Am Wasser gebaut’ sind sozialer Abstieg, Terrorgefahr und Krieg. Wie kam es dazu?“
Björn Warns: „Ich glaube, ein Unterschied zu unseren anderen Alben ist, dass wir uns diesmal an sehr große und sehr mächtige Gefühle rangetraut haben. Da gibt es ja verschiedene Gefühle, die dann auf einen hereinstürzen, wenn man vom Krieg hört oder wenn man’s im Fernsehen sieht. Und damit beschäftigt sich ‚An Tagen wie diesen’, was dann mit einem selber passiert. Es ist also ein sehr persönliches Lied und ich glaube, so haben wir’s versucht bei diesem Album insgesamt zu machen, dass wir ziemlich dicht an unseren drei Persönlichkeiten bleiben und von uns erzählen, wie wir so denken.“

„Dazu gehört dann eben auch das angesprochene Lied über die allein erziehende Mutter (‚Soll das alles sein’; Anmerkung der Redaktion). Die Frage, die sich bestimmt jeder – egal wer – in seinem Leben irgendwann mal stellt: Ist das genau das, was ich machen will, ist das alles, möcht’ ich vielleicht was ganz anderes, wo stehe ich grade, muss ich irgendwas in meinem Leben verändern. Da haben wir halt ein Beispiel dafür gesucht, was uns sehr passend dafür erscheint und haben uns die künstlerische Freiheit herausgenommen, da halt aus der Sicht einer allein erziehenden Mutter zu singen. Das ist für uns aber auch irgendwie eine Neuerung gewesen, so was haben wir glaube ich selten oder nie gemacht, dass wir Songs geschrieben haben aus einer ganz anderen Sichtweise, aus einem ganz anderen Erzähler-Standpunkt. Und ich glaub’ das ist auch wichtig für ’ne Band, dass wenn man so ein paar Songs gemacht hat dann immer mal wieder kuckt, was ist denn wieder mal ’ne neue Herausforderung, was können wir wieder mal anders machen.“

CHiLLi: „Ihr seid erwachsen geworden, tragt mehr Verantwortung und habt Kinder. Beeinflusst auch das die Themen-Auswahl?“
Martin Vandreier: „Das spielt da bestimmt mit rein in die künstlerische Entwicklung. Aber ich glaube nicht, dass es unbedingt damit zu tun hat. Dafür muss man keine Kinder haben, um sich über solche Sachen Gedanken zu machen. Ich glaube, wenn man als Popstar viel Zeit hat wie wir (lacht), dann kommt man einfach auf solche Gedanken.“

„Ne, ich glaube, wir sind einfach bei dieser Platte auf der Suche nach großen Gefühlen gewesen und nach Emotionen, die wir sozusagen von uns selbst in die Musik geben können durch sehr persönliche Texte, durch Texte, die irgendwie emotional sind. Und wir freuen uns sehr darüber wenn wir das Gefühl haben, dass die Menschen, die die Platte hören, dann auch vielleicht im besten Fall gerührt sind oder mitgerissen – auf irgendeiner emotionalen Ebene angesprochen werden von unseren Texten, von unseren Songs. Das war so ’n bisschen der Anspruch bei dieser Platte: Soulmusik zu machen.“

CHiLLi: „‚Am Wasser gebaut’ scheint persönlicher gestaltet zu sein als eure vorherigen Platten. Zum Beispiel werden in einem Song eure richtigen Vornamen anstelle der Pseudonyme genannt, die Tochter wird erwähnt. Ist das Absicht?“
Boris Lauterbach: „Das ist richtig beobachtet, dass tatsächlich zum ersten Mal unsere Vornamen vorkommen in einem Song. Es freut mich, wenn du das so siehst, dass du das Album als persönlich empfindest, denn genau das war unser Wunsch, dass es persönlich wird. Dass die Menschen, die sich die Platte anhören, hinterher das Gefühl haben, uns ein bisschen kennen gelernt zu haben. Also dass sie vielleicht eine kleine Ahnung davon haben, was in unserem Leben so vorgeht und in unseren Köpfen.“

CHiLLi: „Über den Albumtitel wird ja viel spekuliert. Spielt der Titel auf Emotionalität, auf den Spruch ‚nahe am Wasser gebaut sein’ an?“
Martin Vandreier: „Ja, schon. Wir hatten irgendwie nur so ’ne vage Ahnung, was der Albumtitel haben sollte und irgendwie haben wir nach was gesucht, das sowohl unsere Hamburger Heimatstadt nicht außen vorlässt – das sozusagen dieses Hafengefühl und diese Sehnsucht nach Ferne, nach Seefahrer-Romantik offenbart – und gleichzeitig auch die Emotionalität der Platte beinhaltet. Dann kam irgendwann diese Phrase ‚Am Wasser gebaut’ in unsere Runde und nachdem wir ungefähr schon hundert verschiedene Albumtitel abgewogen haben – die meisten sind schon in der ersten Runde gescheitert, ein paar haben’s zum den Recall geschafft, aber so richtig begeistert waren wir von keinem – und ‚Am Wasser gebaut’ war dann so der erste, wo wir gesagt haben ‚das könnt’s glaub ich sein’.“

CHiLLi: „Auf euren Fanforen finden die Diskussionen rund um den ‚sexiest man’ der Band den meisten Zuspruch. Wie geht ihr damit um?“
Boris Lauterbach: „Naja, das sind so Phänomene, die halt irgendwie mitkommen, wenn man mit irgendwas Erfolg hat. Ich glaube, wir haben da einen sehr ironischen Abstand zu. Ich find’s eher witzig, dass es solche Sachen gibt. Also ich meine, das hat ja mit unserem wirklichen Leben nix zu tun. Aber wenn dann Leute im Internet darüber diskutieren möchten, wie sexy wer ist, können sie das gerne machen. Ich find das okay, ich weiß nicht ob ich das gemacht hätte wenn es schon Internet gegeben hätte, als ich so dreizehn, vierzehn war, aber vielleicht hätte ich mich auch auf so was eingelassen. Ich glaube das ist nichts, worüber man sich Sorgen machen muss.“

CHiLLi: „Deutscher Hip-Hop scheint sich weg von der Party-Musik hin zum Ausdruck der Unzufriedenen zu entwickeln, inklusive Thematisierung von Arbeitslosigkeit und Verherrlichung von Kriminalität. Wie seht ihr diesen Trend?“
Boris Lauterbach: „Also eigentlich find ich’s ja in Ordnung wenn du sagst ‚die Musik der Unzufriedenen’. Hip-Hop ist ja immer ein Sprachrohr oder ein Weg, eine Möglichkeit, soziale Veränderungen herbeizuführen oder zumindest anzusprechen. Das finde ich ist erstmal etwas sehr Gutes und Legitimes.“

„Aber worauf du ansprichst, sind natürlich so Menschen, die Kleingangstertum verherrlichen und ich mir auch selbst immer nicht so sicher bin, wie viel davon wirklich wahr ist und wie viel davon ausgedacht ist. Das ist in vielen Fällen äußerst uninspirierend und auch unreflektiert, was sie so von sich geben. Es gibt natürlich auch tolle Ausnahmen, also Sido zum Beispiel ist jemand, dem würd’ ich den Vorwurf, dass er uninspiriert ist, nicht machen. Ich würd’ nicht alles so sagen wie er es tut und ich find’ auch nicht alles gut, aber er hat irgendwas Frisches, Neues gemacht, das sich unterschieden hat von dem, was es bisher gab und von den anderen Kappheiten, die meinen, grimmig zu sein. Und dem gönn ich dann auch seinen Erfolg.“

CHiLLi: „In eurem Song ‚Welthit’ von 2002 heißt es, man könne eure CDs kaufen oder brennen. Auf eurem neuen Album singt ihr ‚anstatt sie zu kopieren gibst du uns all dein Erspartes’. Wie steht ihr nun zu Mp3s?“
Martin Vandreier: „Das ist ein sehr interessanter Punkt, da hab ich auch schon drüber nachgedacht, ob wir uns da von unserem ursprünglichen Laisser-faire-Gedanken abgewandt haben. (lacht) Aber ich mein, bei ‚Welthit’ haben wir halt die Pauschal-Kriminalisierung aller Jugendlichen, die einen Computer zu Hause haben, angeprangert. Es können nicht erst alle Firmen tolle Geräte erfinden, mit denen man sich zu Hause billig Musik herunterladen kann und dann den jungen Menschen, die damit aufwachsen, den Vorwurf machen, dass sie ja direkt kriminell werden.“

„Auf der anderen Seite sind wir natürlich Musiker, die auch von den verkauften Platten leben und wenn’s gut läuft, dann ist das auch wirklich kein Problem, wenn neben den verkauften Platten auch noch viele gebrannt werden. Schlecht ist es halt für Bands, wo’s wirklich ums Überleben geht und auch um die Möglichkeit geht, von der Musik leben zu können und auch voller Leidenschaft Musik machen zu können.“

„Da hätte ich jetzt zum Beispiel als Konsument ein bisschen Gewissensbisse, wenn ich mir von dem die Platte runterlade und nicht kaufe. Ich finde halt selber die Möglichkeit, sich mal eben zu Hause ’nen Song runter zu laden, großartig. Wenn ich aber einen Künstler gut finde, dann kauf ich mir ein paar Tage später die Platte. Ich kann aber nicht für 14-Jährige sprechen, die gerade angefangen haben sich für Musik zu interessieren. Die dieses Gefühl, ein Album als Komplettkunstwerk haben zu wollen, nicht mehr so kennen. Denen kann ich aber auch keinen moralischen Vorwurf machen.“
Boris Lauterbach: „Bei dem Song ‚Wie immer’ bedanken wir uns ja auch bei den Leuten dafür, dass sie unsere Platte auch tatsächlich kaufen und nicht nur brennen. Und ich muss sagen, ich bin da nicht ganz so hundertprozentig der gleichen Meinung wie mein Vorredner. Ich finde es schon wichtig, dass ein Verständnis bei den Leuten dafür entsteht, dass es – wenn sie eine Band gut finden und sie wollen, dass es die länger gibt – auch wichtig ist, dass die Kohle verdienen.“

CHiLLi: „Was entgegnet ihr Kommerz- und Ausverkaufs-Vorwürfen, die unter anderem durch eure Auftritte bei Shows wie ‚Top of the Pops’ entstehen?“
Björn Warns: „Also ich glaube den Vorwurf von Sellout und Ausverkauf hören wir seit es unsere Band gibt. Und das ist auch etwas, das uns wahrscheinlich unser Lebtag beschäftigen wird. Ich bin mir aber auch nicht ganz sicher, wo da die Grenzen sind. Die sind natürlich auch fließend und auch wir sind uns unseres Weges nicht immer hundertprozentig sicher. Also wir diskutieren auch immer gerne und oft und sehr lange, in welchem Umfeld wir uns präsentieren und wo auch grade nicht. Ich finde, wir haben inzwischen für uns als Band einen sehr gangbaren Weg gefunden, das zu machen.“

„Das ist schon richtig, dass wir auch manchmal Sachen machen im Zusammenhang mit anderen Künstlern, wo wir uns bestimmt nicht hundertprozentig wohl fühlen, aber das trotzdem machen, weil wir den Leuten das nicht vorenthalten wollen. Und wenn wir nun mal mit ‚Emanuela’ erfolgreich sind, dann ist uns auch was daran gelegen, im Fernsehen diesen Song zu präsentieren. Selbst wenn das in einem Rahmen stattfindet wo viele Leute auftreten, mit denen wir nichts anfangen können.“

„Es gibt vielleicht eine ganze Menge Leute zuhause, die genau diesen Song gerne sehen wollen und dann auch anfangen, sich für ‚Fettes Brot’ zu interessieren und nicht mehr diese anderen Scheiß-Bands zu hören. (lacht) Das wird, glaub ich, bei allen anderen Bands die Erfolg haben auch so sein, dass man denen sofort vorwirft, dass sie Kommerz sind und Ausverkauf machen. Ich kann das halt nur für uns drei sagen, dass ich den Eindruck hab, wir sind es nicht. Wir denken so oft darüber nach, da bin ich mir sicher, dass wir es nicht sind.“

CHiLLi: „Wollt ihr auch andere Künstler für eure neu gegründete Produktions-Firma ‚Fettes Brot Schallplatten’ gewinnen?“
Boris Lauterbach: „Die Intention war, erstmal nur unsere eigenen Platten raus zu bringen, erstmal das möglich zu machen. Aber was in Zukunft damit passiert, kann man jetzt noch gar nicht abschätzen. Alles ist möglich. Also es kann sein, dass wir das irgendwann mal machen. Kann aber auch sein, dass wir italienische Lederschuhe importieren und die verkaufen, dass wir einen Film drehen oder ’ne neue Eiscreme-Sorte erfinden. Die Möglichkeiten mit so ’ner Firma sind groß und ma’ kucken. Alles kann, nichts muss."

Quelle: Chilli.cc

Liebe Grüße
Die Lu
_________________
"Persönlich glaube ich ja, so ‘n wutschnaubender Budenzauber ist nicht so besonders dufte für die Zuschauer"

Zuletzt bearbeitet von Lu am 29.05.2005, 15:27, insgesamt 3-mal bearbeitet





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